Die Vorgeschichte – warum Ausland, warum Kerikeri, warum High School trotz Abi?

„Wieso gehst du in Neuseeland zur High School, du hast doch schon Abi?!“ Die Frage habe ich vor meinem Auslandsaufenthalt nicht nur einmal gehört – meist in Kombi mit langgezogenen „Hääää“s und „Ihhhhh“s. Das war manchmal nervig, aber immer auch verständlich. Sich nach dem Abi für einen High School-Besuch anstelle von Work & Travel oder Praktikum zu entscheiden, ist schließlich tatsächlich ungewöhnlich.

In diesem Artikel möchte ich ein wenig erklären, wie sich meine Entscheidung entwickelt hat, überhaupt ins Ausland zu gehen und zu allem Überfluss trotz Abi noch einmal die ausländische Schulbank zu drücken.

Die Vorgeschichte

Warum Ausland? Warum Kerikeri und Neuseeland? Und warum zur Hölle High School – als Abiturient?

Während meiner eigenen Schulzeit konnte ich mir lange nicht vorstellen, für längere Zeit ins Ausland zu gehen. Meine Schwester kam mir irgendwann zuvor: Während ich in Deutschland schwitzend über Abi-Lernzetteln und -Klausuren gebeugt versuchte, auf der Schulbank noch ein letztes Mal alles zu geben, hatte meine Schwester sich als erste in meiner Familie auf den Weg ins „Land der langen weißen Wolke“ gemacht – so nennt das indigene Volk der Maori Neuseeland.

In dieser Zeit reifte auch bei mir der Wunsch, nach dem Abitur erst einmal ein Gap Year einzulegen. Mir persönlich war es wichtig, mir für ein Jahr die Zeit zur Orientierung im Studienfachdschungel, dem Berufsleben und der großen weiten Welt nehmen, die ich während der Schulzeit und in den letzten zwei Jahren Oberstufe nicht hatte.

Mein erster Wunsch war es, mein Gap Year im Rahmen eines Orientierungsstudiums am Tübinger Leibniz Kolleg zu verbringen – als sich dieses Tor nach dem Bewerbungsgespräch leider schloss, öffnete sich zum Glück gleichzeitig das zur Welt und es war klar: Jetzt geht es ins Ausland!

Die erste Hälfte meines Gap Years verbrachte ich dann mit der Vorbereitung dafür, einem Praktikum in zwei Lokalredaktionen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sowie einer zweiwöchigen, spontan organisierten Indien-Reise.

Ganz am Anfang hatte ich die Idee, ein Auslandspraktikum in Kanada oder Neuseeland zu absolvieren – nachdem ich mich dann ein wenig weiter informiert hatte, war klar: Ich möchte auch nach Neuseeland gehen. Die Organisation, mit der ich über ein reines Auslandspraktikum gesprochen hatte, überzeugte mich jedoch

weniger als die, die auch schon meine Schwester nach Neuseeland gelockt hatte: Bildungsberatung global, eine kleine und zugleich familiäre Agentur, bei der ich mich nach wie vor rundum gut aufgehoben fühle (leider kriege ich keinen Cent dafür, dass ich sie hier so lobe, schade aber auch!). Bildungsberatung global, kurz einfach Bibeglo, bietet für Abiturienten wie mich das so genannte Gateway-Programm an, bei dem man an drei bis vier Tagen eine High School besucht und an den anderen ein bis zwei Tagen Freiwilligenarbeit leistet.

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