Weihnachtsklänge? Immer wieder!

Sich Ende Juli zu Beginn der industriellen Wintersaison die erste Packung Spekulatius aus dem Supermarktregal
zu fischen, ist gesellschaftlich verpönt. Ich habe eine Alternative: Meine Weihnachtsplaylist erklingt – zumindest hin und wieder – auch außerhalb der Adventszeit.

Warum?

Zum einen höre und singe ich einfach gerne Lieder aus (fast) allen Genres. Zum anderen ist die Musik von Chris Rea, Wham! und Co. einfach irgendwie wohltuend für meine Ohren. Doch da ist noch mehr: Ich stehe plötzlich in Gedanken in der Flammlachsschlange am Aligser Weihnachtsmarkt, mir weht der Duft von Schmalzkuchen im Menschenmeer in der adventlichen Hannoveraner Innenstadt in die Nase oder ich singe –mindestens mental – inbrünstig „O du fröhliche“ im prall gefüllten Kirchenschiff von St. Petri.

Weihnachten ist wohl die einzig feste Zeit im Jahr, die wir so intensiv mit Eindrücken, Ritualen und Erinnerungen verbinden – die Weihnachtsmusik erinnert mich auch bei Temperaturen jenseits der 7,5 Grad an all das. Außerdem weist die Musik mich auch in T-Shirt und kurzer Hose auf die Weihnachtsbotschaft hin: auf die Botschaft der Hoffnung, der Menschlichkeit und des Friedens – kurzum: Die Botschaft von allem Guten rückt auch außerhalb von Weihnachten ein Stück näher. Ich finde, es lohnt sich, sich diese auch im März, Juni oder September immer wieder vor Augen zu führen.

Schade allerdings, dass die Radiosender immer weniger Weihnachtsmusik spielen und kaum neue Lieder erscheinen. Vielleicht muss ich in ein paar Jahren doch zur Spekulatiuspackung greifen.

 

Über den Text

Dieser Text ist auch in der Ausgabe 4/2017 (Nr. 199) des Steinwedeler Gemeindebriefs DER HAHN erschienen.